Marlene Barth   Heilpraktikerin     
 

Achtsamkeit - Mindfulness

  • Nicht-Urteilen
  • Geduld
  • * Beginners Mind - Anfängergeist
  • Vertrauen
  • Nicht-Erzwingen
  • Akzeptanz
  • Loslassen
Bild von Todd Trapani aus Unsplash



Historisch wurden Achtsamkeitsübungen in der Praxis der buddhistischen Meditation entwickelt.




 

Achtsamkeit (Mindfulness) bedeutet, den gegenwärtigen Moment bewusst zu erleben und die eigenen Gedanken, Gefühle sowie Körperempfindungen ohne Bewertung wahrzunehmen.


Wir alle haben einen sog. inneren Autopiloten dessen Stärke es ist, automatisierte und vorgefertigte Verarbeitungs- und Reaktionsmustern zu begünstigen, d.h. Handlungen - verbunden mit Gefühlen - quasi automatisch ablaufen zu lassen. In sog. Standardsituationen des Lebens sind diese innerlich vorgefertigten Prozessabläufe wichtig und hilfreich. 

Die große Schwäche dieses inneren Autopiloten tritt jedoch dann zutage, wenn Abweichungen vom programmierten Standard auftauchen und flexibles und situativ angemessenes - und damit ggf. völlig neues - Handeln erforderlich ist ... .

Der Weg hin zur Freiheit über innere Wahlmöglichkeit führt durch die sog. Individuation, d.h. einem lebenslangen Prozess der Selbstwerdung und Persönlichkeitsentwicklung. Ziel ist es, das SELBST zu verwirklichen – jene innere Einheit, die bewusste und unbewusste Anteile miteinander verbindet und uns dadurch innerlich befreit und befriedet. 

Achtsamkeit hilft auf diesem Weg, indem wir bewusster reagieren und den momentanen Augenblick klarer wahrnehmen. Sie durchbricht den Autopiloten des Denkens und Handelns und eröffnet uns damit Wahlmöglichkeit (letztlich über unser Leben...).


Handlungen entspringen dann dem eigenen Selbst und werden nicht von äußeren Einflüssen bestimmt wenn:

Bild von Marija Zaric aus Unsplash



... Echtheit, Glaubwürdigkeit und Unverfälschtheit agieren. Dies entsteht durch die Übereinstimmung zwischen dem inneren Kern (Werte, Gefühle, Identität) und dem äußeren Auftreten (Handeln, Worte) einer Person.

Nicht-Urteilen: Unbewusst beurteilen wir Menschen, Dinge und Ereignisse ständig als gut, schlecht oder neutral. Triebfeder ist hier oft Neid oder Missgunst. Achtsamkeit ist das Gegenteil solcher Abläufe. Sie erkennt bewertende Gedanken, erkennt die Motivation dahinter und ersetzt sie durch neutrale Beobachtung, so, wie wir das leise Plätschern eines Baches betrachten können oder beobachten, wie die Sonne auf- und untergeht. 

Geduld: Die alten buddhistischen Texte definieren Geduld nicht als das Gegenteil von Ungeduld, sondern - für uns vielleicht überraschend - als Gegenteil des Zorns. Geduld bedeutet, in schwierigen Situationen innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu bewahren, ohne Zorn darüber, dass Dinge nicht so sind, wie wir sie gerne hätten. 




 * Beginners Mind wird mit "Anfängergeist" übersetzt. Wobei das englische Wort "Mind" eher dem deutschen Begriff "Gemüt" entspricht. Das Gemüt wird als Gemengenlage unserer (erworbenen) Gefühle und Empfindungen definiert, wohingegen der "Geist" (engl. Spirit) jenen davon befreiten inneren Zustand meint.


* Anfängergeist - Neugierige Aufmerksamkeit: Die Geisteshaltung des Anfängers meint eine besondere Art der Vorurteilsfreiheit, vergleichbar mit der Neugier eines Kindes, das viele Dinge zum ersten Mal erlebt und staunend zur Kenntnis nimmt.

Vertrauen ist erlerntes Verhalten.
Vertrauen ist die Überzeugung, dass man sich auf jemanden, auf sich selbst (Selbstvertrauen) oder auf etwas verlassen kann.

Nicht-Erzwingen, entspricht der „Lebenskunst“ im Alltag: Weder in einem Hamsterrad von immer neuen Wünschen und Forderungen gefangen, durch das Leben hastend, noch mit resignierendem „So ist es halt“, auf die bewusste Gestaltung des Lebens zu verzichten. Die dazu notwendigen „Ich“-Funktion erfordert Kreativität und Kraft, um immer und immer wieder neu zu suchen und zu finden.




Akzeptanz bedeutet, Dinge, Personen oder Ereignisse so anzunehmen, wie sie sind, selbst wenn sie nicht unseren Wünschen und Erwartungen entsprechen ohne dies jedoch als Niederlage oder Schmach zu werten.

Loslassen: Gerade in schwierigen Zeiten sind Sorgen und Ängste ständige Begleiter für viele von uns. Wir wären sie zu gern los, haben aber das Gefühl, sie haben uns fest im Griff. Dabei ist es in Wirklichkeit anders herum – wir sind es, die nicht loslassen und uns in Gedanken oder Zwänge im Tun verstricken.




Mangelnde Achtsamkeit schafft Raum für Grübelei und Verdrängung unliebsamer Erfahrungen und dies fördert oft übermäßige Verallgemeinerungen aus biographischen Erfahrungen und stört die Justierung des Vorgehens bei Herausforderungen.

Bild von Zoltan Tasi aus Unsplash



All meine therapeutischen Interventionen basieren auf den Grundsätzen der Achtsamkeit im Sinne Ihrer Individuation und Salutogenese